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Meinungen

Aufgabenersteller/innen und Prüfer/innen

Die neuen Prüfungsverfahren stoßen auf eine überwiegend positive Resonanz bei der Gruppe der Aufgabenersteller/innen und Prüfer/innen. Erwartet wird vor allem eine höhere Effizienz von Prüfungsabläufen, eine einfache Bedienung des Systems und eine vereinfachte Auswertung von Prüfungen.


Ein Vorteil wird weiterhin in der flexiblen Aufgabenverwaltung und der Nutzung medialer Möglichkeiten gesehen. Skepsis besteht bei der Umsetzung handlungsorientierter Prüfungen.

 

Hinweise zur Befragung

Die Befragung wurde im Rahmen des Projekts "Innovative Prüfungsverfahren" durchgeführt. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, zeigen jedoch aussagekräftige Tendenzen auf.61 Aufgabenersteller/innen und Prüfer/innen haben sich an der Befragung beteiligt, der überwiegende Teil (95%) ist männlich. Das Durchschnittsalter liegt bei 53 Jahren. Von den Befragten sind 80% mit der Aufgabenerstellung, 62% mit der Prüfungserstellung und 83% mit der Prüfungsdurchführung beschäftigt. 

 

Die Gruppe der Aufgabensteller/Prüfer schätzt sich als kompetent im Umgang mit dem Computer ein. Für über 90% sind Computerkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für die berufliche Tätigkeit sowie der Umgang mit dem Computer selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Das Internet ist für sie ein zentrales Medium für Information und Kommunikation. Insgesamt gesehen haben die Aufgabenersteller/Prüfer eine positive Einstellung gegenüber computergestützten Prüfungsverfahren. Etwa 70% von ihnen gehen davon aus, dass durch diese Prüfungsverfahren eine Effizienzsteigerung erzielt werden kann.

Für die Aufgaben-/ Prüfungserstellung erwarten nahezu alle Befragte das bessere Auffinden von Prüfungsaufgaben durch differenzierte Suchfunktionen in einer zentralen Aufgabendatenbank. Der überwiegende Teil der Befragten erwartet weiterhin, dass Prüfungen und Prüfungsaufgaben leichter aktualisierbar werden, Aufgaben versioniert werden können und dass die Integration zusätzlicher Dokumente einfach möglich ist. Durch eine zentrale Datenbank erhoffen die Befragten auch eine stärkere Vereinheitlichung von Prüfungen.

Drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass es bei der Aufgabenerstellung nicht zu einer Überforderung durch zu geringe Erfahrung im Umgang mit dem Computer kommt. Dass es durch integrierte Hinweise einfacher wird, Prüfungen zu erstellen, erwarten knapp zwei Drittel. Die Befragten erwarten jedoch nicht, dass es durch den Einsatz von computergestützten Prüfungsverfahren leichter wird, handlungsorientierte (64%) oder prozessorientierte Aufgaben (53%) zu erstellen. Jedoch sollten handlungsorientierte Aufgaben durch den Einsatz von Zeichnungen und Simulationen besser umgesetzt werden können, Videos wird dabei kein großer Einfluss zugesprochen.

Hinsichtlich der Prüfungsdurchführung erwarten mehr als drei Viertel der Befragten von computergestützten Prüfungsverfahren, dass diese den Prüfungsverlauf automatisch protokollieren. Ebenso viele erhoffen sich, durch einen umfangreichen Aufgabenpool zeitversetzte Prüfungen einfacher durchzuführen.

Über zwei Drittel der Befragten glauben, dass sich die Anforderungen an das Prüfungspersonal erhöhen und mehr als die Hälfte, dass der Aufwand hierfür steigt. Mit mehr Täuschungsversuchen rechnet die Mehrheit nicht. Zwei Drittel der Befragten befürchten eine Verschlechterung für den Prüfungsteilnehmer, da es keine Möglichkeit gibt, sich einen schnellen Überblick über die Prüfung zu verschaffen. Eine Überforderung der Prüfungsteilnehmer/innen aufgrund zu geringer Computerkenntnisse sehen mehr als Hälfte der Befragten nicht. Eine ebenso große Gruppe bezweifelt, dass es durch die computergestützten Prüfungsverfahren zu einer größeren Belastung für den Prüfungskandidaten kommt. Und mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass Leistungen, die ohnehin am Computer erbracht werden, nun besser erfasst werden können.

Bei der Prüfungsauswertung erwarten nahezu alle Befragten eine Entlastung. Mehr als drei Viertel erwarten, dass die Auswertung auch schneller durchzuführen ist. Unterstützung erhoffen sie sich dabei von integrierten Auswertungshilfen und (teil-)automatisierten Auswertungen. Fast zwei Drittel gehen davon aus, dass die Prüfungsauswertung objektiver wird. Etwa drei Viertel erwarten, dass die Prüfungsergebnisse an vorhandene Prüfungsverwaltungssysteme übergeben werden können und dass die Ergebnisse weiterer Prüfungsleistungen integriert werden können.

Die Befragten haben keine sicherheitstechnischen Bedenken. So erwarten mehr als drei Viertel, dass die Aufgabendatenbank vor unautorisiertem Zugriff geschützt ist und dass die Aufbewahrungsfristen sichergestellt sind. Mehr als zwei Drittel gehen weiterhin davon aus, dass die Datensicherheit gewährleist ist. Alle negativ gepolten Items, die sich mit rechtlichen Fragen beschäftigen, werden von dieser Gruppe tendenziell abgelehnt.

 

 

 

Aufgabenerstellung

Häufigkeiten in Prozent

Von computergestützten Prüfungsverfahren erwarte ich:

1

2

3

4

das bessere Auffinden von Prüfungsaufgaben durch differenzierte Suchfunktionen in einer zentralen Aufgabendatenbank

68,90

24,60

6,60

0,00

eine leichtere Aktualisierbarkeit von Prüfungsaufgaben.

52,50

37,70

8,20

1,60

eine leichtere Aktualisierbarkeit von Prüfungen.

49,20

42,60

4,90

3,30

die einfache Wahrnehmung, welches die aktuellste Aufgabenversion ist.

48,30

36,70

13,30

1,70

die einfache Integration von zusätzlichen Dokumenten und Zeichnungen u.ä..

47,50

41,00

6,60

4,90

eine stärkere Vereinheitlichung der Prüfung durch einen zentralen Aufgabenpool

31,10

50,80

11,50

6,60

eine bessere Umsetzung von handlungsorientierten Aufgaben durch integrierte Darstellung technischer Zeichnungen.

26,20

52,50

18,00

3,30

eine bessere Umsetzung von handlungsorientierten Aufgaben durch Einsatz von Simulationen.

19,70

45,90

29,50

4,90

eine Vereinfachung der Prüfungserstellung durch integrierte Hinweise.

18,00

44,30

32,80

4,90

eine Vereinfachung der Aufgabenerstellung durch Hinweise und Hilfen, die das System bereithält.

21,30

34,40

32,80

11,50

eine effizientere Prüfungserstellung durch elektronische Kommunikation und virtuelle Konferenzen.

9,80

44,30

41,00

4,90

eine bessere Umsetzung von handlungsorientierten Aufgaben durch den Einsatz von Videos.

11,50

42,60

36,10

9,80

eine bessere Umsetzung von handlungsorientierten Aufgaben durch die Möglichkeit, dass Prüflinge Skizzen u.ä. direkt in der Prüfungssoftware erstellen können.

14,80

32,80

45,90

6,60

eine effizientere Aufgabenerstellung durch elektronische Kommunikation und virtuelle Konferenzen.

9,80

41,00

44,30

4,90

eine leichtere Erstellung von prozessorientierten Prüfungen.

8,20

39,30

44,30

8,20

dass die Zusammenstellung der Prüfung, in der verschiedene Prüfungsmethoden eingesetzt werden, einfacher wird.

13,10

32,80

41,00

13,10

eine leichtere Erstellung von handlungsorientierten Prüfungen.

11,50

24,60

49,20

14,80

Negativ gepoltes Item

eine Überforderung bei der Aufgabenerstellung aufgrund geringer Erfahrung im Umgang mit dem Computer.

1,60

23,00

49,20

26,20

1 Trifft voll zu; 2 Trifft überwiegend zu; 3 Trifft weniger zu; 4 Trifft gar nicht zu

 

 

Prüfungsdurchführung

Häufigkeiten in Prozent

Von computergestützten Prüfungsverfahren erwarte ich:

1

2

3

4

die automatische Protokollierung des Prüfungsablaufs.

41,00

39,30

16,40

3,30

die einfachere Durchführung von zeitversetzten Prüfungen durch einen umfangreichen Aufgabenpool.

36,10

39,30

19,70

4,90

keine zusätzliche Belastung der Prüfungskandidaten, da der Umgang mit dem PC mittlerweile zu einer Alltagskompetenz geworden ist.

16,40

41,00

31,10

11,50

dass bei Aufgaben, die in der Praxis am Computer durchgeführt werden, die Leistungen in der Prüfung besser erfasst werden.

11,50

45,90

36,10

6,60

Negativ gepolte Items

erhöhte Anforderungen an das Aufsichtspersonal.

32,80

37,70

27,90

1,60

einen erhöhten Aufwand für die Prüfungsorganisation.

33,30

28,30

31,70

6,70

eine schlechtere Prüfungssituation durch die fehlende Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick über alle Prüfungsaufgaben zu verschaffen.

18,00

47,50

31,10

3,30

die Zunahme von Täuschungsversuchen.

18,00

23,00

52,50

6,60

eine Überforderung der Prüfungskandidaten aufgrund geringer Erfahrung im Umgang mit dem Computer.

18,00

24,60

44,30

13,10

 

 

 

Prüfungsauswertung

Häufigkeiten in Prozent

Von computergestützten Prüfungsverfahren erwarte ich:

1

2

3

4

eine leichtere Auswertung der Prüfung.

59,00

27,90

8,20

4,90

eine schnellere Rückmeldung über das Prüfungsergebnis.

42,60

39,30

16,40

1,60

die Möglichkeit, die Prüfungsergebnisse an vorhandene Prüfungsverwaltungssysteme zu übergeben.

39,30

44,30

11,50

4,90

eine Verbesserung durch integrierte Auswertungshilfen.

31,70

41,70

21,70

5,00

die Möglichkeit, andere Prüfungsleistungen zu integrieren (Ergebnisse der mündlichen/ praktischen Prüfung).

29,50

42,60

21,30

6,60

eine objektivere Auswertung der Prüfung.

37,70

24,60

29,50

8,20

eine Verbesserung durch eine (teil)automatisierte Prüfungsauswertung.

20,30

45,80

28,80

5,10

Hilfen bei der Auswertung von offenen Antwortmöglichkeiten.

14,80

34,40

39,30

11,50

Negativ gepoltes Item

eine Entmündigung der Prüfer durch die (teilweise) automatisierte Computerauswertung von Prüfungsergebnissen.

19,70

21,30

37,70

21,30

 

 

 

Sicherheit

Häufigkeiten in Prozent

Von computergestützten Prüfungsverfahren erwarte ich:

1

2

3

4

dass die Aufgabendatenbank vor unautorisiertem Zugriff geschützt ist.

62,30

18,00

18,00

1,60

dass die Aufbewahrungsfristen der Prüfungsergebnisse in der Anwendung sichergestellt sind.

57,40

29,50

8,20

4,90

dass die Datensicherheit gewährleistet ist.

48,30

21,70

20,00

10,00

Negativ gepolte Items

Unklarheit bezüglich der rechtlichen Verbindlichkeit.

28,80

20,30

37,30

13,60

die Zunahme von angefochtenen Prüfungsergebnissen aufgrund von (angeblichen) technischen Problemen.

25,00

23,30

41,70

10,00

die Zunahme von ungültigen Prüfungen aufgrund von technischen Problemen.

16,70

28,30

43,30

11,70

1 Trifft voll zu; 2 Trifft überwiegend zu; 3 Trifft weniger zu; 4 Trifft gar nicht zu

 

Mehr Informationen:

Die Ergebnisse basieren auf einer von der Universität Duisburg/Essen, Institut für Erziehungswissenschaften durchgeführten Befragung zu Anforderungen und Erwartungen an computergestützte Prüfungssysteme. Die Befragung erfolgte im Rahmen des Projekts "Innovative Prüfungsverfahren".

Der gesamte Bericht "Prüfen am PC in der beruflichen Aus- und Weiterbildung - Anforderungen und Erwartungen an computergestützte" kann als Broschüre gegen eine Schutzgebühr von 1,50,- € bestellt werden.

W. Bertelsmann Verlag

Fax-Nr. (0521) 9 11 01-19.

E-Mail: service@wbv.de

 


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