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Einführung in die handlungsorientierte Aufgabenentwicklung

In den letzten Jahren sind zahlreiche Ausbildungs- und Prüfungsordnungen überarbeitet worden. Zentrale Anforderung ist dabei eine stärkere Verankerung handlungsorientierter Prüfungsaufgaben.


Bezeichnungen wie "komplexe Arbeitsaufgabe", "Situationsaufgabe", "Aufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht" werden weitgehend synonym verwendet und zielen darauf, in Prüfungen stärker berufliche Handlungskompetenz abzufragen. Es geht um den Nachweis der Prüfungsteilnehmer, berufliche Handlungen selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Berufliche Handlungskompetenz meint die Fähigkeit und Bereitschaft in beruflichen Situationen sach- und fachgerecht, selbstständig und verantwortungsbewusst zu handeln. Berufliche Handlungskompetenz geht somit weit über Fachwissen hinaus, sie umfasst ebenso soziale, methodische und Selbstkompetenzen.

 

Anforderungen der Praxis

Ausgangspunkt war die Kritik von Unternehmen, dass in der Ausbildung erworbenes Wissen nicht ausreichend in der Praxis umgesetzt werden konnte. Hintergrund sind Veränderungen in der Arbeitswelt mit steigenden Anforderungen an die Beschäftigten: Für viele Berufe reicht das in der Ausbildung erworbene Wissen längst nicht mehr für ein ganzes Erwerbsleben aus und macht permanente Weiterbildung notwendig. Auf zunehmenden Wettbewerb und wachsende Kundenanforderungen reagieren viele Unternehmen mit flachen Hierarchien und komplexen Arbeitsorganisationen. Hierzu werden qualifizierte, selbstständig und eigenverantwortliche arbeitende Beschäftigte benötigt. Diese Anforderungen müssen daher gleichermaßen in Aus- und Weiterbildungen und Prüfungen berücksichtigt werden.

 

Umsetzung beruflicher Handlungskompetenz in Prüfungsaufgaben

Wie können nun Prüfungsaufgaben entwickelt werden, mit denen berufliche Handlungskompetenz nachgewiesen werden kann? Praxisnahe oder handlungsorientierte Prüfungen verfolgen das Ziel, in der Prüfung reale berufliche Anforderungssituationen zu simulieren. In der konkreten Aufgabenerstellung werden die einzelnen Schritte der beruflichen Handlung simuliert, beschrieben oder durch Wissensfragen abgedeckt.

Nach dem Prinzip der vollständigen Handlung kann eine Handlung in drei Schritte gegliedert werden:

  • Planung/Informationsbeschaffung: Problem analysieren, Ziele beschreiben, Informationen beschaffen, Lösungsstrategien anwenden, Arbeitsplanung
  • Durchführung: sich für eine Vorgehensweise entscheiden, Handlung gemäß der Entscheidung durchführen
  • Kontrolle und Bewertung: Abläufe reflektieren, Ergebnisse bewerten, Rückschlüsse für künftiges Handeln ziehen

Die Aufgaben sollten sich auf einzelne Schritte der Handlung beziehen. Entscheidend ist es verschiedene Aufgaben zu einer Situation zu kombinieren und damit die berufliche Handlung so weit wie möglich abzudecken.

 


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